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02 Teilnahme und Kontinuität im Prozess: Erfolgreiches Mentoring ist durch Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit gekennzeichnet. Wichtige quantitative Indikatoren sind die Teilnahmequote an vereinbarten Sitzungen sowie die tatsächliche Häufigkeit der Durchführung. Eine hohe Anzahl durchgeführter Sitzungen weist auf Engagement beider Seiten hin. Ein weiterer zentraler Indikator ist die Abschlussquote, also der Anteil der Mentoring-Tandems, die den vorgesehenen Zeitraum ohne vorzeitigen Abbruch durchlaufen. Besonders aussagekräftig ist darüber hinaus die freiwillige Fortsetzung der Beziehung über den offiziellen Programmzeitraum hinaus. Entscheiden sich Mentor*in und Mentee dazu, auch danach in Kontakt zu bleiben, zeigt dies, dass die Beziehung als wertvoll erlebt wird. In vielen Programmen verlängern sich erfolgreiche Mentoring-Beziehungen informell über die vorgesehene Dauer hinaus, was auf eine nachhaltige Bindung hinweist. Zufriedenheit von Mentee und Mentor*in: Die subjektive Wahrnehmung beider Beteiligten ist ein weiterer zentraler Erfolgsindikator. Einfache Zufriedenheitsbefragungen, etwa nach mehreren Sitzungen oder am Ende des Programms, ermöglichen eine quantitative Erfassung. Zufriedene Mentees empfinden das Mentoring als hilfreich, relevant und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Zufriedene Mentor*innen erleben ihr Engagement als sinnvoll und fühlen sich in ihrer Rolle unterstützt. Es empfiehlt sich, Zufriedenheit mit einfachen Skalen (zum Beispiel von 1 bis 5) sowohl bei Mentees als auch bei Mentor*innen zu erfassen. Hohe Zufriedenheitswerte korrelieren häufig mit erfolgreichen Mentoring-Prozessen. Wenn interne Auswertungen zeigen, dass ein Großteil der Mentor*innen erneut teilnehmen würde und die Mentees die Sitzungen positiv bewerten, ist dies ein starkes Zeichen für die Wirksamkeit des Programms. Wohlbefinden und persönliche Entwicklung des Mentees: Über konkrete Zielerreichungen hinaus zielt Mentoring häufig auf die persönliche Entwicklung junger Menschen ab. Indikatoren hierfür sind Verbesserungen im emotionalen Wohlbefinden, in der Motivation oder in sozialen Kompetenzen. Diese können mithilfe standardisierter Skalen oder qualitativer Beobachtungen erfasst werden. So zeigte ein sozio-pädagogisches Programm deutliche Steigerungen in Bereichen wie Selbstwert, Lernmotivation und Neugier. Auch auf individueller Ebene können Mentor*innen Veränderungen wahrnehmen, etwa mehr Selbstvertrauen, verbesserte Kommunikationsfähigkeit, reflektiertere Entscheidungen oder einen offeneren Umgang mit Emotionen. Direkte Fragen wie „Fühlst du dich seit Beginn des Mentorings zuversichtlicher oder kompetenter?“ liefern ebenfalls wertvolle Hinweise. Positive Antworten sind klare Anzeichen für Fortschritt.
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