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15 Strategien für langfristiges Engagement Ein häufiges Anliegen in Mentoring-Programmen ist, wie das Engagement langfristig aufrechterhalten werden kann. Dies betrifft mehrere Ebenen: das Engagement innerhalb jeder Mentor*in-Mentee-Beziehung, sodass diese dauerhaft und fruchtbar ist, sowie die Bindung von Mentor*innen und Mentees an das Programm, auch nachdem der formale Zyklus beendet ist. In diesem Abschnitt werden konkrete Strategien vorgestellt, um eine langfristige Beziehung zu fördern und das Mentoring über die spezifische Intervention hinaus nachhaltig wirken zu lassen. Sicherstellung einer angemessenen Dauer jeder Mentor*in-Mentee- Beziehung Untersuchungen zeigen, dass Mentoring einen größeren Einfluss hat, wenn es eine bestimmte Mindestdauer überschreitet. Zu kurze Beziehungen können sogar kontraproduktiv sein (zum Beispiel fühlt sich eine Jugendlicher verlassen, wenn der*die Mentor*in nach wenigen Wochen plötzlich nicht mehr erscheint). Daher ist es entscheidend, sich auf einen ausreichenden Zeitraum zu verpflichten. Internationale Richtlinien empfehlen für das Mentoring junger Erwachsener ein Mindestengagement von einem Jahr oder einem Schuljahr mit regelmäßigen Treffen. In schulischen Programmen wird dies manchmal an das Schuljahr angepasst (z. B. 9 Monate), stets mit dem Ziel, genügend Zeit für den Aufbau von Vertrauen und für bedeutsame Veränderungen zu haben. Je nach Möglichkeit ist eine Fortsetzung über das Jahr hinaus wünschenswert. Wie kann dies sichergestellt werden? Bereits zu Beginn der Mentor*in-Mentee-Partnerschaft sollte die erwartete Dauer klar festgelegt werden (z. B. „Wir verpflichten uns, mindestens bis zum Ende des Schuljahres zusammenzutreffen“). Dies wird üblicherweise schriftlich in der Anfangsvereinbarung festgehalten. Sowohl der*die Mentor*in als auch der*die Mentee (und gegebenenfalls deren Familie) müssen wirklich bereit sein, sich auf diesen Zeitraum einzulassen. Es ist besser, ein Paar nicht zusammenzubringen oder die Zuordnung zu überdenken, wenn bekannt ist, dass jemand die Verpflichtung nicht dauerhaft erfüllen kann (z. B. eine Mentorin, der*die in drei Monaten umzieht). Es ist sinnvoller, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, als eine vorzeitige Trennung herbeizuführen. Wirkung messen und Mentoring nachhaltig gestalten

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