Modulo3_KHEIRON_DE
Mechanismen zur Stärkungdes sozialen Zusammenhalts Inklusives Mentoring wirkt auf mehrere Mechanismen, die in Kombination den Zusammenhalt unter den Teilnehmenden und darüber hinaus innerhalb der Organisation oder Gemeinschaft stärken: Aufbau interkultureller Empathie Das Teilen von Lebensgeschichten, Schwierigkeiten und persönlichen Erfolgen schafft ein tieferes gegenseitiges Verständnis zwischen Mentor*in und Mentee. Durch das Hören von Geschichten, die außerhalb des eigenen Referenzrahmens liegen, bauen beide – Mentor*in und Mentee – Stereotype ab und erkennen den Menschen hinter jeder Erfahrung an. Diese Empathie wirkt anschließend in ihre jeweiligen Umfelder hinein und trägt zu einer offeneren Haltung gegenüber Vielfalt bei. Erweiterte Unterstützungsnetzwerke Mentoring baut „Brücken“ zwischen unterschiedlichen Gruppen: Mentees kommen mit dem beruflichen und sozialen Netzwerk ihrer Mentor*innen in Kontakt. Umgekehrt erhalten die Mentor*innen Einblick in das Umfeld der Mentees. Dieses Beziehungsgeflecht erzeugt gemeinsames soziales Kapital, das über einzelne Identitäten hinausgeht und das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Wechselseitiges Lernen Üblicherweise werden Mentor*innen als diejenigen Personen verstanden, die Wissen an ihre Mentees weitergeben. Im inklusiven Mentoring ist der Austausch jedoch wechselseitig und horizontal: Die ältere Person nimmt von der jüngeren Generation neue Perspektiven zu Digitalisierung, Innovation und Management an, während der*die Mentee Sensibilität für Vielfalt, Nachhaltigkeit oder bereichsübergreifende Zusammenarbeit entwickelt. Dieser zweiseitige Informationsfluss vervielfacht die Wirkung der Beziehung und bereichert sowohl Mentor*innen als auch Mentees. Vorleben inklusiver Praktiken Mentor*innen, die aktives Zuhören praktizieren, diskriminierungsfreie Sprache verwenden und konstruktives Feedback geben, werden zu einem lebendigen Vorbild dafür, wie mit Unterschieden umgegangen werden kann und Zusammenarbeit gestärkt wird. Der*die Mentee verinnerlicht diese Praktiken durch Beobachtung sowie eigene Erfahrung und gibt sie in den eigenen Umfeldern weiter, wodurch sich der Multiplikationseffekt inklusiven Mentorings ausdehnt. 19 Geschlechterperspektive, Diversität und Inklusion im Mentoring
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