Modulo3_KHEIRON_DE
InklusivesMentoring: eine zentraleDefinition Inklusives Mentoring ist ein strukturierter Mentoring-Prozess, bei dem Mentor*in und Mentee aus unterschiedlichen Hintergründen stammen (kulturell, generationell, sozioökonomisch, geschlechtlich, unterschiedliche Fähigkeiten usw.). Beide verpflichten sich dazu: Unterschiede als bereichernde Beiträge anzuerkennen und wertzuschätzen. Jede Person, die teilnimmt, bringt nicht nur ihren sozialen und kulturellen Hintergrund mit, sondern auch die Art und Weise, wie sie im Hinblick auf Geschlecht sozialisiert wurde, sowie die kulturellen Prägungen, die sie aus Familie, Gemeinschaft und sozialem Umfeld erhält. Diese Einflüsse formen ihre Werte, Einstellungen und Erwartungen: So kann beispielsweise eine Frau, die in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem von ihr Empathie und Fürsorge erwartet werden, den direkten Kommunikationsstil einer Person aus einer stärker wettbewerbsorientierten Kultur als wenig kooperativ wahrnehmen, während diese Person die emotionale Zurückhaltung der ersten als mangelnde Durchsetzungsfähigkeit interpretieren könnte. Wenn wir verstehen, wie geschlechtsspezifische Sozialisation und kulturelle Traditionen Werte, Einstellungen und Erwartungen beeinflussen, hören wir auf, diese Unterschiede zu minimieren, und schätzen sie stattdessen als Quelle von Kreativität, Reflexion und gegenseitigem Lernen. Kommunikationsstile und Ziele so anzupassen, dass sie zugänglich und sinnvoll sind. Nicht alle fühlen sich mit derselben Sprache, demselben Tempo oder demselben Sitzungsformat wohl. Daher passen Mentor*in und Mentee Agenden, Methoden und Formen des Feedbacks an, um sicherzustellen, dass das Mentoring für beide verständlich und relevant ist. Einen sicheren Raum schaffen, in dem alle Stimmen gehört werden. Gegenseitiger Respekt und aktives Zuhören bilden die Grundlage. Dabei wird jede Form vorschneller Bewertung vermieden und eine Atmosphäre gefördert, in der sich jede Person ohne Angst vor Abwertung äußern kann. Dieser Ansatz geht über die bloße Wissensvermittlung hinaus: Er fördert einen echten Dialog, der sowohl Mentor*in als auch Mentee bereichert und die Grundlagen für eine Beziehung schafft, die den sozialen Zusammenhalt stärkt. Für einen vertieften Einblick, wie Mentoring zur Chancengleichheit im Arbeitsmarkt beitragen kann und warum kultursensibles Mentoring so wichtig ist, laden wir dich ein, diesen Vortrag von Janice Omadeke anzusehen. Darin werden praktische Beispiele und Reflexionen zur Wirkung von Mentoring auf die berufliche Entwicklung von Minderheiten sowie zur Schaffung gerechterer Umfelder vorgestellt. 18
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