Modulo3_KHEIRON_DE
Wir werden einige Strategien darlegen, um diskriminierende Sprache auf lexikalisch-semantischer Ebene zu vermeiden: Geschlechtsneutrale Bezeichnungen bieten eine elegante Möglichkeit, Diskriminierungen zu vermeiden, da kein Geschlecht benannt wird und damit alle Menschen angesprochen werden. Dazu gehören beispielsweise Substantivierungen (“Interessierte” statt “Interessent”), die Vermeidung von Personenbezeichnungen (“Vertretung” statt “Vertreter”), Umformulierungen (“heraus- gegeben von” statt “Herausgeber”) und das Vermeiden von Possesivartikeln (“der Antrag” statt “sein oder ihr Antrag”). Achte auf die Benennung von Berufen, insbesondere wenn sie von Frauen ausgeübt werden. Häufig neigen wir – selbst in Sprachen mit geringer Geschlechtsmarkierung – dazu, bestimmte Berufe mit einem bestimmten Geschlecht zu verbinden. Ein Beispiel dafür ist das Experiment „Draw a Scientist“, das erstmals in den 1960er-Jahren durchgeführt wurde (https://www.youtube.com/watch?v=4BmPA2eAWCY) . Es ist wichtig, sich dieser Vorurteile bewusst zu sein, sie zu erkennen und aktiv zu hinterfragen. Alternativen zur Verwendung von geschlechtlich markierten Begriffen mit hoher Stereotypisierung und fehlenden Formen für weitere Geschlechter: Ein anderes Wort oder einen anderen Begriff wählen. z.B. “Pflegefachkraft” statt “Krankenschwester” oder “Geburtshelfer*in” statt “Hebamme” Die Verwendung von Begriffen vermeiden, deren feminine Form eine abwertende Konnotation hat, z.B. “Reinigungskraft” statt “Putzfrau” verwenden Alternativen zur Vermeidung semantischer Sprünge, also Konstruktionen, bei denen zunächst eine scheinbar neutrale Form verwendet wird, die später jedoch mit geschlechtsspezifischen Zuschreibungen versehen wird, z. B. „die Fans können an der Veranstaltung teilnehmen, begleitet von ihren Freundinnen“ oder „die Nomaden zogen mit ihrem Besitz, ihren Frauen und Kindern von einem Ort zum anderen“: Verwendung geschlechtsneutraler Bezeichnungen und Umformulierungen, um die geschlechtliche Markierung von neutralen Substantiven zu vermeiden Vermeidung von Sprachbildern, fest- stehenden Redewen- dungen und Sprich- wörtern, die Geschlechtsstereo- typen reproduzieren. Beispielsweise “sich wie ein Mädchen benehmen” oder “die Hosen anhaben”. Dassselbe gilt für Formulierungen, die Frauen als Eigentum oder sexuelle Objekte darstellen. 14
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