Modulo4_KHEIRON_DE

Erkenntnisse / Lessons Learned: Mentoring Plus zeigt, dass gut gestaltetes generationenübergreifendes Mentoring eine zweifache Wirkung entfalten kann: Es kommt nicht nur den jungen Menschen zugute (in Bezug auf Selbstwertgefühl, Kommunikationsfähigkeiten und Chancen), sondern auch den älteren Mentor*innen (die sich nützlich fühlen, von den Jugendlichen lernen und Isolation überwinden). Dieser doppelte Nutzen motiviert die Freiwilligen, weiterhin aktiv zu bleiben. Zudem unterstreicht es die Bedeutung der Messung immaterieller Ergebnisse (wie Vertrauen und Empathie) – was durch Pre-/Post-Befragungen und Fallverfolgungen umgesetzt wurde –, um den Wert des Programms gegenüber Förder*innen und der Gesellschaft zu vermitteln. Fallstudie3: ZingProgramme–Sozio ‑ pädagogischesMentoring (Katalonien, Spanien) Zing ist ein sozio ‑ pädagogisches Mentoring-Programm, das von der Nous Cims Foundation und lokalen Organisationen gefördert wird und sich an Jugendliche in vulnerablen Lebensumständen richtet. Es kombiniert Einzelmentoring mit Gruppenworkshops und verfolgt das Ziel, die akademische Motivation, das emotionale Wohlbefinden und die Zukunftserwartungen der Jugendlichen zu verbessern. Nachhaltigkeit: Obwohl das Programm relativ jung ist (Start 2018), konnte Zing seine Position festigen und die Anzahl der Mentoring- Beziehungen ausbauen – dank eines starken Fokus auf Innovation und Evaluation. Die Kontinuität wird durch eine solide Mentor*innen- Ausbildung, Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen und Anpassungsfähigkeit gesichert (beispielsweise wurde während der Pandemie das Online-Mentoring eingeführt, ohne das Programm zu unterbrechen). Wirkungsbewertung: Zing hat von Anfang an ein strenges Evaluationssystem implementiert. Es umfasst vier Methoden: 1.Fragebögen zum psychologischen Wohlbefinden (Ryff-Skala), die vor und nach dem Mentoring eingesetzt werden, um Veränderungen in Selbstwertgefühl, Autonomie usw. zu messen. 2.Periodische Follow-up-Fragebögen für Mentor*innen und Mentees während des Programms. 3.Präsenzbeobachtungen durch das technische Team in einzelnen Sitzungen. 4.Ein umfangreicher Abschlussfragebogen mit 45 Items für alle Teilnehmenden. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich: Laut veröffentlichter Daten führte das Mentoring zu einer 88%igen Steigerung des Selbstwertgefühls, einer 91%igen Zunahme der Lernmotivation und einer 87%igen Zunahme der Neugier, Neues zu lernen. Diese Werte zeigen eine starke Wirkung auf zentrale Einstellungsvariablen. Darüber hinaus wurden mehr als 25 Variablen mithilfe des IQA (Index der Begleitqualität) gemessen, wobei nach etwa 30 Stunden Begleitung zwischen Mentor*in und Mentee signifikante Verbesserungen festgestellt wurden. Erkenntnisse: Zing zeigt den Wert der wissenschaftlichen Evaluation in sozialen Programmen. Dadurch konnte das Modell schnell angepasst und verbessert werden. Beispielsweise wurde die Bedeutung einer Mindestdauer des Mentorings von einem gesamten Schuljahr erkannt, um die Wirkung zu maximieren. Zudem verdeutlicht der Fall, dass weiche Kompetenzen (Soft Skills) konsistent messbar sind, obwohl dies oft als schwierig angesehen wird. Ihr Beispiel ermutigt dazu, sich nicht vor rigoroser Evaluation zu scheuen, da sie die Qualität und Nachhaltigkeit des Projekts sichert. 22

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